Im Folgenden werden - in alphabetischer Reihenfolge -  diejenigen Begriffe und Konzepte kurz erklärt, die für Coaching besonders wichtig sind. Besonders wichtige Begriffe bzw. Konzepte sind rot markiert und mit einem Link unterlegt, der zu weitergehenden Ausführungen weiterleitet.

 

Abwehrmechanismen, psychische 

Wenn Gedanken und Gefühle untereinander in Widerspruch stehen bzw. geraten, bietet sich die - nicht unproblematische Möglichkeit - an, die so generierten Spannungen umzulenken, umzuformen oder zu unterdrücken. Diese Aktivitäten bezeichnet man als psychische Abwehrmechanismen bzw. als Widerstand. Beispiele hierfür sind Verdrängung, Intellektualisierung, Rationalisierung, aber auch Verleugnung und Somatisierung.

 

Affekt

Affekte sind → kognitive und emotionale Erstreaktionen sind lebensgeschichtlich Konditionierungen, die sich in bestimmten Situationen bzw. Reizkonstellationen quasi automatisch einstellen. Für Coaching sind Affekte von zentraler Bedeutung, weil sie die handlungspraktische Umsetzung der zielführenden Handlungen bestimmen, die im Coachingdialog für die Lösung der vorliegenden Coachingproblematik entwickelt worden ist.

 

Aktives Zuhören

Aktives Zuhören ist eine methodische Gestaltung der Face-to-Face-Kommunikation im Coaching. Sie wird vor allem vom Coach vollzogen und ist für den Problemlösungsprozess der Klientin bzw. des Klienten von zentraler Bedeutung. Das zentrale Merkmal aktiven Zuhörens ist, dass diejenige Person, die diese Kommunikationsaktivität vollzieht, versucht, die unmittelbar zuvor von der anderen Person vorgetragenen Kommunikationsinhalte in einer möglichst klaren und übersichtlich strukturiert zusammenzufassen.

 

Anthropologie

Anthropologie ist die wissenschaftliche Lehre vom Wesen des Menschen. Die damit gestellte Frage wird von den verschiedenen psychologischen Theorien, auf die sich Coaching begründet, als von der --> behavioristischen Lernpsychologie, der --> Kognitionspsychologie und der sogenannten --> Positiven Psychologie teilweise ganz unterschiedlich beantwortet. 

 

Aufklärungsdialog

Coaching wendet sich an Personen, die für die Lösung ihrer Probleme keine Psychotherapie und auch eine Schulungs- oder Trainingsmaßnahme benötigen, und zwar deshalb nicht, weil sie im Grunde schon alle Ressourcen besitzen, die sie für die Lösung ihrer Problematik brauchen. Das Problem ist nur, dass sie das noch nicht wissen. D.h. sie haben ein unaufgeklärtes Bewusstsein ihrer Problemlösungsfähigkeiten. Aus diesem Grunde können sie sie - zumindest zu Beginn des Coachings - noch  nicht hinreichend nutzen. Coaching ist deshalb ein Aufklärungsprozess, in dem die Coaches ihren Coachees helfen ihr anfänglich unaufgeklärtes Problembewusstsein zu klären. 

 

Aufstellungsarbeit

Eine der ganz zentralen Aufgaben von Coaching ist, die vorliegende Problematik der Klientin bzw. des Klienten gut zu analysieren. Dabei stellt sich die Frage, aus welchen „Einzelteilen“ sie besteht und wie diese zusammenhängen. Um diese wichtige Frage zu beantworten, ist es oft hilfreich, diese „Einzelteile“ mit Hilfe von verschiedenen Gegenständen, also z. B. Steinen oder Puppen, zu visualisieren. Zu diesem Zweck muss für jedes „Einzelteil“ ein passender Gegenstand als Stellvertreter gefunden werden. In einem nächsten Schritt sind die Stellvertreter dann auf dem Tisch oder Fußboden so zu positionieren, dass ihre Beziehungsstruktur klar zu erkennen ist. Diese Coachingmethode nennt man Aufstellungsarbeit.

 

Autopoiese bzw. Autopoiesis-Konzept

Das Phänomen der Autopoiese wurde zunächst in der Biologie entdeckt, indem erkannt wurde, dass die Prozesse, die sich innerhalb verschiedener biologischer Einheiten, also z. B. in Zellen oder Organen vollziehen, nicht von außen, sondern intern gesteuert werden. Diese Selbststeuerung begründet letztlich das Phänomen der Selbsterschaffung, die man im Anschluss an die altgriechische Sprache als Autopoiese bezeichnete. Diese Erkenntnis wurde von den Sozialwissenschaften adaptiert, d. h. auf soziale und psychische Prozesse übertragen.

 

Avatar

Avatare sind digital-elektronisch erzeugte bzw. gestaltbare Phänomene in Gestalt von Menschen, Tieren, Pflanzen und/oder Gegenständen, die in 3D-visuellen virtuellen Räumlichkeiten positioniert werden können bzw. sich bewegen können. Plattformen, die diese Möglichkeiten anbieten, können als → digitale Coachingproblemlösungsmedien genutzt werden.

 

Behavioristische Lernpsychologie

Für die Begründung von Coaching spielt die behavioristische Lernpsychologie eine wichtige Rolle, und zwar vor allem dann, wenn Coaching konsequent als eine Dienstleistung verstanden wird. Denn ein zentrales Merkmal für die Qualität von Dienstleistungen ist, wie gut die Leistungserwartungen, d. h. die Coachingziele der Klientin bzw. des Klienten erfüllt werden. In dieser Hinsicht kann die behavioristische Lernpsychologie mit ihren empirisch gestützten Erkenntnissen über lernförderliche Anreize  und Prozessstrukturierungen sowie mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die sogenannte „smarte“ Formulierung von Coachingzielen wertvolle Orientierungen liefern.

 

Bildung

Bildung bezieht sich auf die normative Begründung und Ausrichtung von Lernprozessen und Lernergebnissen, die z.B. in Coachingausbildungen angestrebt bzw.erreicht werden. Der Begriff der Bildung wurde in den 1970er-Jahren von dem Begriff der → Qualifizierung abgelöst, und zwar mit dem Argument, dass die intendierten und faktischen Ergebnisse von Prozessen messbar sein müssten. 

 

Blended Coaching

Der aus dem Englischen stammende Begriff meint die Zusammenfügung verschiedener Coachingformate, also z. B. die Verbindung von Präsenzcoaching mit den synchronen Coachingformaten des Video-, Telefon- oder Textchatcoaching oder aber mit asynchronen Video-, Audio- oder Textbotschaften.

 

Chat-Coaching

Wenn im Coaching das elektronische --> Coaching-Kommunikationsmedium der als Chat bezeichneten synchronen Textkommunikation genutzt wird, spricht man von Chat-Coaching.

 

Coaching-Definition

Coaching ist eine spezifische Hilfe zur Selbsthilfe, durch die sich Coaching gegenüber den unmittelbaren Nachbar-Formaten der Psychotherapie und Schulung bzw. Training abgrenzt. Denn im Gegensatz zur Psychotherapie wendet sich Coaching an Klientinnen und Klienten, die psychisch relativ stabil sind und recht weitgehend ihre psychischen Ressourcen für das Lösen ihrer vorliegenden Problematik nutzen können. Das wichtigste Merkmal hingegen, mit dem sich Coaching gegenüber Schulung und Training abgrenzt ist, ist die Dominanz der Prozessberatung, die anders als bei Schulung und Training Expertenberatung nur am Rande zulässt.

 

Coaching mit elektronischen Medien

Coaching mithilfe elektronischer Medien wir von den verschiedenen Autor*innen unterschiedlich bezeichnet, und zwar als Online-Coaching, E-Coaching, virtuelles Coaching, Distance Coaching oder Digital Coaching. Bei der Nutzung elektronischer Medien lassen sich zwei Typen unterscheiden, nämlich --> Coaching-Kommunikationsmedien, die die Kommunikation zwischen Coach und Coachee raum- und gegebenenfalls zusätzlich zeitunabhängig machen, und --> Coaching-Problemlösungsmedien, die darauf ausgerichtet sind, Coachees bei der Bearbeitung der vorliegenden Coachingproblematik anzuleiten und dabei auch im Rahmen von Selbstcoaching genutzt werden können.

 

Coachingsausbildung, Ausbildungsmedien

Coachingausbildungen beinhalten in der Regel Ausbildungsmedien. d. h. Lehr-Lern-Materialien, die zum einem dem Selbststudium der zu Qualifizierenden und zum anderen den Ausbildungsleitenden bei der Vermittlung des für Coaching notwendigen Wissens und Könnens dienen. Ihre Aufgabe ist deshalb, sie geschickt mit den jeweils gewählten → Kommunikationsmedien zu verbinden.

 

Coachingsausbildung, Digitalisierung

Coachingausbildungen werden traditionell face-to-face, d. h. im Präsenz-Format, durchgeführt. Mit der Verbreitung digitalelektronischer Medien bietet sich seit einiger Zeit die Alternative an, sich auch im Onlineformat durchzuführen. Diese Formatveränderung wird häufig als Digitalisierung traditioneller Coachingausbildungen bezeichnet.

 

Coachingsausbildung, Kommunikationsmedien

Coachingausbildungen werden traditionell face-to-face. Das heißt, das zugrunde liegende Kommunikationsmedium ist die Face-to-Face-Kommunikation. Alternativ können aber auch digitale Kommunikationsmedien benutzt werden, wie vor allem die Videokommunikation, die in der Regel zusätzlich noch durch E-Mail-Kommunikation ergänzt werden.

 

Coaching-Formate

Für Coaching bieten sich unterschiedliche methodisch-medialen Muster an. Besonders wichtig ist dabei die Wahl und Gestaltung der Coaching-Medien, also der --> Coaching-Kommunikationsmedien und der --> Coaching-Problemlösungsmedien. Diese Muster werden als Coaching-Formate bezeichnet.

  

Coaching-Kommunikationsmedien, traditionelle und elektronische

Traditionelle, d. h. nicht-elektronischen und moderne, d. h. elektronische Medien, können im Coaching genutzt werden, um zwei grundlegende Funktionen zu erfüllen: Die erste Funktion ist, Coach und Klientin bzw. Klient miteinander so zu verbinden, dass sie ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle austauschen und auf dieser Grundlage gemeinsam sich ein Bild von der vorliegenden Klientenproblematik und seiner Lösung machen können. Medien, die auf die Erfüllung dieser Funktion ausgerichtet sind, werden als Coaching-Kommunikationsmedien bezeichnet. Alternativ hierzu können Medien aber auch auf die Bearbeitung der Klientenproblematik ausgerichtet sein.

 

Coachingmerkmal - Hilfe zur Selbsthilfe

Ein grundlegendes Merkmal von Coaching besteht darin, dass Coaching Hilfe zur Selbsthilfe ist. Es unterscheidet sich damit von allen Formen der Hilfe, die darin besteht, Hilfsbedürftigen ihr Problem abzunehmen und sie nicht zu Lernprozessen anzuleiten, die darauf zielen, sich selbst helfen zu wollen und zu können.

 

Coaching-Problemlösungsmedien, digitale

Digitale Medien können im Coaching genutzt werden, um Coachees dabei zu unterstützen, ihre Coachingproblematik zu bearbeiten, und zwar sowohl im Selbstcoaching wie auch im Dialog mit dem Coach. Als basale Kompositionsbausteine digitaler Coaching-Problemlösungsmedien bzw. -tools bieten sich Texte und Symbole, 2D-visuelle Bilder und 3D-Welten an. 

  

Coachingmedien

Traditionelle, d. h. nicht-elektronische und moderne, d. h. elektronische Medien können im Coaching genutzt werden, um zwei grundlegende Funktionen zu erfüllen: Die erste Funktion ist auf die Kommunikation zwischen Coach und Klientin  bzw. Klient ausgerichtet. Ist das der Fall, sprechen wir von --> Coaching-Kommunikationsmedien. Alternativ hierzu können Medien aber auch auf die Bearbeitung der Klientenproblematik ausgerichtet sein. Diese Bearbeitung kann der Klient alleine für sich im Selbstcoaching vollziehen oder aber im Dialog mit dem Coach. Medien, die auf diese Funktion ausgerichtet sind, werden als --> Coaching-Problemlösungsmedien bezeichnet.

 

Coaching, Professionswissen

Ein zentrales Merkmal der Qualität von Coaching und Coachingausbildungen ist das Fachwissen, das als notwendig für hochwertige Coaching betrachtet wird. Dieses Fachwissen wird auch als Professionswissens bezeichnet.

  

Coaching-Settings

Coaching kann in unterschiedlichen ökonomische Konfigurationen vollzogen werden. Zu unterscheiden sind hier Coachings, die der/die Coachee selbst bezahlt und damit der alleinige Auftraggeber des Coachs ist, und Coachings, die die Organisation des/der Coachee bezahlt und damit neben dem/der Coachee zum Auftraggeber des Coachs wird. Daneben gibt es auch soziale Konfigurationen. Denn Coaching kann als Einzel-Coaching, als Team-Coaching oder als Gruppen-Coaching durchgeführt werden. Diese ökonomischen und sozialen Konfigurationen bestimmen das jeweilige Coaching-Setting.

 

Denken, intuitives

Intuitives Denken unterscheidet sich vom → rationalen Denken vor allem durch die zentrale Bedeutung der Empathie und Fantasie. Intuitives Denken liegt deshalb immer dann vor, wenn jemand sich in eine andere Person gedanklich und emotional hineinversetzt, und/oder dann, wenn die Fantasie die Grundlage ist für die Imagination szenisch konkretisierter Geschehensprozesse. Diese Form des Denkens ist vor allem für die Entwicklung von Problemlösungsmöglichkeiten wichtig.

 

Denken, rationales

Rationales Denken unterscheidet sich vom → intuitiven Denken vor allem durch die zentrale Bedeutung der logischen Rationalität. Rationales Denken liegt deshalb immer dann vor, wenn die logische Beziehung zwischen verschiedenen Aussagen geprüft wird. Diese Form des Denkens ist vor allem für die Analyse der vorliegenden Coachingproblematik wichtig.

 

Denken, systemisches

Systemisches Denken ist eine Spezialform des rationalen Denkens. Es begründet sich auf den → erkenntnistheoretischen Konstruktivismus und ist das konzeptionelle Gegenstück zum → linearen Denken, indem von zwei Vorannahmen ausgegangen wird. Die erste besteht darin, dass prinzipiell alles mit allem zusammenhängen. Die zweite Vorannahme ist, dass alles, was wir denken, eine Konstruktion unseres Gehirns ist.

 

Didaktik

Didaktik ist die Lehre und Kunst, anderen ein bestimmtes Wissen bzw. Können zu vermitteln, also z.B. professionell coachen zu können. Ein zentraler Aspekt dieser Vermittlung ist die Gestaltung der Aneignung dieses Wissens bzw. Könnens. Dieser Zusammenhang wird durch vier Entscheidungsfelder bestimmt, nämlich durch die Inhalte, die es zu vermitteln gilt, durch die Intentionalität, der dieser Vermittlung eine normative Grundlage und Richtung gibt, durch die Methoden, die Antworten auf die Fragen geben, sie diese Vermittlung sich konkret gestalten sollte, und die Medien, die als Träger dieser intentional ausgerichteten und methodisch vermittelten Inhalte sind.

 

Double-loop learning

Double-loop learning ist eine Problemlösungs- bzw. Lernmethode. Ihr zentrales Merkmal ist, dass der Kern der vorliegenden Problematik der blinde Fleck der Vorannahmen und Selbstverständlichkeiten ist, von denen die bzw. der Ratsuchende unbewusst ausgeht. Double-loop learning zielt deshalb darauf, die jeweils vorliegenden Vorannahmen und Selbstverständlichkeiten bewusst zu machen und zusammen mit dem/der Coachee zu prüfen, welche Bedeutung sie für seine/ihre Coachingproblematik haben.

 

Embodiment

 Embodiment bezieht sich auf die Körperarbeit des/der Coachee, die der Coach anleitet und zu diesem Zwecke auch z.B. elektronische Medien wie etwa die Coachingplattform "ProReal" nutzt. Das Ziel dieser Arbeit ist, den eigenen Körper möglichst sensibel wahrzunehmen. Zum anderen wird versucht, mit verschiedenen Körperhaltungen und -bewegungen zu experimentieren und zu prüfen, welche Wirkungen sie auf die Psyche haben.

 

Erfolgsfaktoren im Coaching

Ebenso wie in der Psychotherapieforschung wird auch in der Coachingforschung darüber gestritten, ob bzw. wie weitgehend der Erfolg von Coaching von bedingungsspezifische Interventionen und/oder von allgemeinen Erfolgsfaktoren abhängt, die nicht nur in spezielle Situationen, sondern immer für den Erfolg von Coaching entscheidend sind. Für den Coaching-Diskurs sind hier die Arbeiten von Siegfried Greif grundlegend, der zentrale Erkenntnisse der Psychotherapiewirksamkeitsforschung für Coaching fruchtbar gemacht und in diesem Sinne sieben Coaching-Erfolgsfaktoren identifiziert hat.

 

Erstreaktion, kognitive und emotionale

Als Erstreaktion bezeichnet man Verhaltensweisen, die lebensgeschichtlich konditioniert sind und deshalb in der jeweiligen Situation nicht rational gesteuert werden können. Diese Erstereaktionen werden auch als → Affekte bezeichnet.

 

Extensionsgedächtnis

Julius Kuhl unterscheidet in seiner neuropsychologischen Forschung vier psychologische Teilsysteme. Eines von ihnen ist das Extensionsgedächtnis, das sich auf die emotionale Realitätswahrnehmung und -verarbeitung bezieht und auf dieser Grundlage für die Identität des Einzelnen von zentraler Bedeutung ist.

  

Fragen, systemische

Die Kommunikationsaktivität des Fragens ist für Coaching bzw. für den Problemlösungsprozess der Klientin bzw. des Klienten von zentraler Bedeutung. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass es verschiedene Frage-Typen gibt. Das systemische Fragen ist einer von ihnen. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die oder der Gefragte, also im Coaching die Klientin oder der Klient, angeregt wird, etwas zu machen, was bisher zu wenig oder zu unvollständig gemacht wurde, nämlich einen für die Problematik wichtigen Aspekt von ganz verschiedenen Standpunkten aus zu betrachten.

 

Handeln, intuitives und rationales

Handeln ist die Grundform menschlichen Daseins, mit der wir die Beziehung zu unserer Umwelt regeln. Zu dieser Grundform gibt es keine Alternative. Diese Erkenntnis formulieren Watzlawick et al. (1969) in dem kommunikationstheoretischen Axiom, dass man sich nicht nichtverhalten könne. Entsprechend kann man sagen: Man kann nicht nichthandeln. Die Frage ist nur, wie man handelt. Besonders wichtig ist dabei die Beziehung des Handelns zum Denken. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten an, die für Coaching sehr wichtig sind, nämlich rationales und intuitives Denken. Je nachdem, welche Verbindung bevorzugt wird, liegt rationales oder intuitives Handeln vor.  

 

Handeln, praktisches versus sozialtechnologisches

In der altgriechischen Philosophie von Aristoteles, die auch die Philosophie unserer Neuzeit bestimmt, werden zweit grundlegende Formen des Handelns unterschieden, nämlich sozialtechnologisches und praktisches Handeln. Ersteres ist ein Handeln, das auf vorliegende Ziele ausgerichtet ist, die mithilfe geeigneter Mittel und Verfahren möglichst gut zu erreichen sind. Die persönliche Sinnhaftigkeit und gesellschaftliche Legitimität der jeweiligen Ziele wird dabei nicht reflektiert. Genau das jedoch ist eine zentrale Herausforderung des sogenannten praktischen Handelns. Diese Unterscheidung ist für Coaching von grundlegender Bedeutung. Denn Coaching muss zwei Gütekriterien erfüllen: es muss auf Ziele ausgerichtet sein, die mithilfe geeigneter Coachinginterventionen erfolgreich erreicht werden - und es muss sichergestellt werden, dass nicht nur diese Ziele, sondern auch die zielführenden Maßnahmen sinnvoll bzw. ethisch begründet sind.

 

Homöostase

Damasio definiert Homöostase als dasjenige Gleichgewicht, das für das Leben aller Lebewesen grundlegend ist. Lebewesen, die ein Nervensystem haben, erleben dieses Gleichgewicht als Gefühl. Gefühle sind deshalb die mentalen Stellvertreter der Homöostase. Mangelnde Homöostase drückt sich im Wesentlichen in Form negativer Gefühle aus, während positive Gefühle ein Anzeichen für ein angemessenes Niveau an Homöostase sind und den Organismus aufgeschlossen für vorteilhafte Möglichkeiten macht. Gefühle und Homöostase stehen zueinander in einem ganz prinzipiellen, widerspruchsfreien Zusammenhang.

 

Humanistische Psychologie

Die sogenannte Humanistische Psychologie ist eine psychologische Fachrichtung, die davon ausgeht, dass Menschen zumindest latent über alle Ressourcen verfügen, die sie für ihr Leben bzw. für die Lösung ihrer Probleme brauchen. Es ist deshalb die Aufgabe des Coachs, auf der Grundlage von persönlicher Authentizität, Empathie und bedingungsloser Anerkennung der Klienten ihm zu helfen, Zugang zu diesen Ressourcen zu bekommen und sie zu entfalten.

 

Illokution – illokutionärer Akt

Die Handlungen, die Menschen vollziehen, wenn sie miteinander sprechen, haben eine bestimmte Struktur. Diese hat die --> Sprechakttheorie im Anschluss an die Erkenntnis der allgemeinen Kommunikationstheorie untersucht, dass jede Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat. D. h., wenn Menschen miteinander sprechen, beziehen sie sich auf Inhalte bzw. vermitteln diese. Mit der Thematisierung oder. Vermittlung dieser Inhalte gestalten sie ihre Beziehung. Hierfür bieten sich im Coaching bestimmte sprachliche Möglichkeiten an, also z. B. Fragen zu stellen oder zu widersprechen. Diese Gestaltungsmöglichkeiten bezeichnet die Sprechakttheorie als Illokution und ihren Vollzug als illokutionären Akt.

 

Immersion

Virtuelle 3D-Welten mit Avataren können sowohl als Coaching-Kommunikationsmedium wie auch als Coaching-Problemlösungsmedium genutzt werden. Ihre Besonderheit und – bei richtiger Nutzung – auch hier großer Vorteil ist, dass der Klient die 3D-visuelle Welt, die er sieht und in der er sich bewegt, ähnlich wie die Wirklichkeit erfährt. Diese Wirklichkeitserfahrung, d. h. das erlebensmäßig tiefe Eintauchen in 3D-Welten wird als Immersion bezeichnet.

 

Inneres Team

Das Konzept des Inneren Teams geht davon aus, dass die Psyche des Menschen nicht eine letztliche Einheit ist, sondern dass sie aus einer Vielzahl unterschiedlicher Teile besteht, und zwar ähnlich wie ein sozialen Team aus einer Reihe einzelner Teammitglieder besteht. Aus diesem Grund wird die Realitätswahrnehmung, -deutung und -bewertung sowie das Handeln des Subjekts situationsabhängig dadurch bestimmt, welche intrapsychischen Persönlichkeitsanteile sich jeweils gegenüber anderen durchsetzen und welche intrapsychische „Gruppen“-Dynamik jeweils vorherrscht.

 

Instrumentalismus, wertneutraler

Wertrationaler Instrumentalismus bezieht sich auf ein rationales Denken und Handeln, bei dem davon ausgegangen wird, dass alles, d.h. jede Erkenntnis, jede Handlung und alles, worauf sich das Denken und Handeln bezieht, als Mittel für übergeordnete Zwecke benutzt, d.h. instrumentalisiert, wird. Dabei wird von der Vorannahme ausgegangen wird, dass es wichtig ist, sich nicht an bestimmten Werten zu orientieren, d.h. wertneutral, vorzugehen.

 

Intentionsgedächtnis

Julius Kuhl unterscheidet in seiner neuropsychologischen Forschung vier psychologische Teilsysteme. Eines von ihnen ist das Intentionsgedächtnis, das sich auf die kognitive Planung eigener Handlungen und ihrer Umsetzung bezieht.

 

 

Intuitive Verhaltenssteuerung

Julius Kuhl unterscheidet in seiner neuropsychologischen Forschung vier psychologische Teilsysteme. Eines von ihnen ist die intuitive Verhaltenssteuerung als konzeptionelles Gegenstück zur rationalen Verhaltensplanung und -steuerung.

 

Kognitive Psychologie

Die kognitive Psychologie ist eine psychologische Fachrichtung, die die Kognitionen, d. h. das Wissen des Menschen in den Vordergrund stellt, und zwar nicht nur das explizite, sondern insbesondere auch das implizite Wissen, also die meist unbewussten Vorannahmen, die die Wahrnehmung, die Realitätsdeutung und das Handeln des Menschen bestimmen. Aus  diesem Grund interessieren sich kognitionspsychologisch begründete Coachingtheorien insbesondere für diejenigen Vorannahmen ihrer Klientinnen und Klienten, die zu fehlerhaften Realitätswahrnehmungen und -deutungen und auf dieser Grundlage dann zu problematischen, d. h. problemverursachenden bzw.   -stabilisierenden Verhaltensweisen führen.

 

Kommunikationsaxiome

Watzlawick, Beavin & Jackson haben vorgeschlagen, zwischenmenschliche Kommunikation als soziales System zu verstehen. Dieses Vorverständnis impliziert eine Reihe von Vorannahmen, die sie als metakommunikative Axiome bezeichnen. Es handelt sich hierbei um konzeptionelle Setzungen, die sich aus dem systemischen Vorverständnis ableiten und deshalb empirisch nicht nachgewiesen werden können.

 

Kommunikationsgattung

Die Merkmale, die in Gesprächen zu beobachten sind, können sehr unterschiedlich sein. Werden übergreifende Gemeinsamkeiten festgestellt, kann man Gespräche in Gruppen clustern. Die höchste Clusterungsebene ist dabei die Kommunikationsgattung. Beispiele hierfür sind Klatsch und Tratsch oder Polizeiverhöre - und Coaching.

  

Kompetenzentwicklungsmedien, psychische

Medien zeichnen sich dadurch aus, dass sie vermitteln (können) zwischen etwas, was sich zunächst unvermittelt gegenübersteht. Dieses kann unterschiedlich sein. Bei psychischen Kompetenzentwicklungsmedien ist es auf der einen Seite die Unfähigkeit und auf der anderen Seite die Fähigkeit, eine vorliegende Problematik erfolgreich bearbeiten zu können. Diese Differenz lässt sich überbrücken bzw. vermitteln durch psychische Aktivitäten des Denkens, Erfahrens und Handelns, nämlich durch rationales Denken und Handeln, Erfolgswirksamkeitserfahrungen sowie Emotions- und Körperwahrnehmungen. 

 

Konstruktivismus

Der Konstruktivismus ist eine wissenschaftliche Theorie, die Aussagen darüber macht, wie Menschen ihre Wirklichkeit erkennen können. Eine zentrale Aussage des Konstruktivismus ist, dass Menschen ihre objektive Wirklichkeit immer nur mit Hilfe ihrer Wahrnehmungssinne und der Gehirnaktivitäten erfassen können, welche die wahrgenommenen Sinnesdaten verarbeiten. Die Vorstellungen über die objektive Wirklichkeit sind deshalb immer subjektive Konstruktionen. Diese Erkenntnis ist für die Einschätzung der Coachingproblematik, welche die Klientin bzw. der Klient dem Coach vorträgt, von zentraler Bedeutung.

 

Konversations- bzw. Gesprächsanalyse, linguistische

Gespräche können unter verschiedenen Aspekten und unter Nutzung des Fachwissens unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen durchgeführt werden. Eine dieser Möglichkeiten ist, die sprachliche Dimension von Gesprächen zu untersuchen und hierfür die Fachwissenschaft der Linguistik zu nutzen.

 

Lehr-Lern-Raum

Lernprozesse in Coachingausbildungen vollziehen sich in bestimmten Kontexten. Diese beinhalten unterschiedliche Lehr-Lern-Räume, die Präsenz- oder Online-Format angeboten werden können. Beispiele für Lehr-Lern-Räume in Coachingausbildungen sind die Ausstattung des Selbststudiums mit unterschiedlichen Studienmaterialien, die Durchführung von Peer-Coachings oder die Präsentation von Master-Coachings durch die Ausbildungsleitung. Die Zusammensetzung verschiedener Lehr-Lern-Räume wird als → Lernarchitektur bezeichnet.

 

Lernarchitecktur

Lernarchitekturen sind spezifische Zusammenfügungen unterschiedlicher → Lehr-Lern-Räume.

 

Lernen, exemplarisches

Exemplarisches Lernen ist eine spezielle Form des Lernens, das sich dadurch auszeichnet, dass die Lernenden sich mit einer fallspezifischen Problematik auseinandersetzen, die eine Problembearbeitungsstruktur provoziert, die nicht nur mit Bezug auf den vorliegenden Fall sinnvoll ist, sondern auch auf andere Fälle übertragen werden kann, die eine ähnliche Problemstruktur aufweisen.

 

Media Richness

Im Anschluss an einen Aufsatz, der ursprünglich von Daft & Lengel (1986) publiziert wurde, bezieht sich Media Richness auf zwei Dimensionen der Kommunikation, nämlich zum einen auf die Reichhaltigkeit der involvierten Sinneskanäle, vor allem des Sehens und Hörens, und zum anderen auf die Zeitlichkeit, d. h. auf die Möglichkeit unmittelbaren Feedbacks.

 

Medienkomponenten

Um die für Coaching wichtigen --> Coaching-Kommunikationsmedien und --> Coaching-Problemlösungsmedien angemessen beschreiben und methodisch gestalten zu können, ist es sinnvoll, zu untersuchen, aus welchen Einzelteilen diese bestehen und sich zusammensetzen. Diese Einzelteile werden als Medienkomponenten bezeichnet.

  

Objekterkennungssystem

Julius Kuhl unterscheidet in seiner neuropsychologischen Forschung vier psychologische Teilsysteme. Eines von ihnen ist das Objekterkennungssystem. Es beinhaltet das kognitive Wissen, das für die Realitätswahrnehmung und damit auch für die Problemanalyse und die Entwicklung einer nachhaltigen Problemlösung grundlegend ist.

 

Objektreferenzialität

Objektreferenzialität meint den Umgang des Menschen mit Sachverhalten, die zum Objekt der eigenen Erkenntnis und Handlungen gemacht werden. Es kann sich dabei um Phänomene und Wirkungszusammenhänge der geistigen, gegenständlichen und sozialen Welt handeln, aber auch um die eigenen psychischen Bedingungen, also Fähigkeiten, Emotionen, Motivationen und Persönlichkeitszüge. Das zentrale Kriterium der Objektreferenzialität im Coaching ist die Sachlichkeit im Umgang mit den ideellen, gegenständlichen, sozialen und vor allem psychischen Bedingungen und Möglichkeiten des/der Coachee, die für die vorliegende Coachingproblematik und ihre mögliche Lösung wesentlichen sind. Das konzeptionelle Gegenstück hierzu ist die --> Subjektreferenzialität.

 

Paradoxie

Paradoxien sind logische Widersprüche, also z. B. → performative Widersprüche, die dadurch entstehen, dass der Inhalt und der Vollzug eines Sprechaktes sich widersprechen. Ein Beispiel hierfür ist der Befehl, spontan zu sein.

 

Peer-Coaching

Peer-Coaching meint ein Coaching, bei dem sowohl Coaches und Coachees Teilnehmende einer Coachingausbildung sind. Diese Art des Coachings hat für die Coachingausbildung die Funktion eines → Lehr-Lern-Raums.

 

Positive Psychologie

Ähnlich wie die Humanistische Psychologie ist auch die sogenannte Positive Psychologie ist eine psychologische Fachrichtung, die von einem explizit positiven Menschenbild ausgeht und deshalb dem Coach rät, vorrangig auf die Stärken und positiven Potenziale der Klientin bzw. des Klienten zu schauen und ihn anzuregen, sie zu entfalten.

 

Presencing

Presencing meint nicht nur eine gedankliche und emotionale Antizipation einer positiven Zukunft, sondern auch ein Handeln, das diese aktiv herbeiführt. Die Grundlage dieses Denkens, Fühlens und Handelns ist → Subjektreferenzialität 

 

Problem – Problemlösungsdialog

Probleme sind Differenzen zwischen einer momentanen bzw. zukünftig zu erwartenden Ist-Situation und einer vom Coachee gewünschten Soll-Situation. Um das jeweils vorliegende Coachingproblem hinreichend gut zu verstehen, ist es sinnvoll, dass Coach und Coachee versuchen, es mit Bezug auf drei Ebenen zu konkretisieren, nämlich als Differenz zwischen dem bisherigen und wünschenswerten Handeln des/der Coachee, als Differenz zwischen den bisherigen und wünschenswerten Handlungsfolgen und als Differenz zwischen den bisherigen und wünschenswerten psychischen Bedingungen und Prozesse, die das Handeln des/der Coach begründen.

 

Proposition – propositioneller Akt

Die Handlungen, die Menschen vollziehen, wenn sie miteinander sprechen, haben eine bestimmte Struktur. Diese hat die Sprechakttheorie im Anschluss an die Erkenntnis der allgemeinen Kommunikationstheorie untersucht, dass jede Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat. D. h. wenn Menschen miteinander sprechen, beziehen sie sich auf Inhalte bzw. vermitteln diese. Diese bezeichnet die Sprechakttheorie als Proposition und ihren Vollzug als propositionalen Akt.

  

Prozessberatung: Prozessberatung ist eine bestimmte Beratungsmethode. Eines ihrer zentralen Merkmale ist, dass die Beraterin bzw. der Berater keine Tipps gibt, sondern sich strikt darauf beschränkt, die Problemlösungsmethode der bzw. des Ratsuchenden zu beobachten und Verbesserungsmöglichkeiten anzuregen.

 

Qualifizierung

Lernen, das auf klar formulierte Ziele ausgerichtet ist und dessen Resultat entsprechend objektiv überprüft werden können, nennt man Qualifizierung. In diesem Sinne unterscheiden sich verschiedene Coachingausbildungen durch unterschiedliche Qualifizierungsansprüche und -ziele.

 

Qualifizierungs- und Bildungmedien

Qualifizierungs- und Bildungsmedien sind Medien, die der → Qualifizierung und → Bildung dienen und sowohl im Selbststudium als auch in der didaktischen Kommunikation mit Ausbildungspersonal genutzt werden. Die wichtigsten Qualifizierungsmedien in Coachingausbildungen sind schriftliche Texte in gedruckter oder elektronischer Form, Lehrvideos, schriftliche Ausarbeitungen von Mitstudierenden und auch live vollzogene und videodokumentierte Diskussionen sowie handlungspraktische Übungen. 

 

Rating bzw. Ratingverfahren

Wenn es darum geht, soziale Prozesse wissenschaftlich zu erfassen, besteht eine Möglichkeit darin, Beobachtungskategorien zu entwickeln, die alle wesentlichen Merkmale der zu untersuchenden Wirklichkeit angemessen erfassen. Um sicherzustellen, dass all diejenigen, die mit diesen Beobachtungskategorien arbeiten, diese in genau derselben Art und Weise anwenden, müssen sie möglichst konkret beschrieben und am besten mit Ankerbeispielen illustriert werden. Die Anwendung derartiger Beobachtungskategorien nennt man Rating bzw. Ratingverfahren.

 

Schlüsselqualifikationen

Schlüsselqualifikationen sind → Qualifikationen, mit deren Hilfe eine Vielzahl verschiedener Aufgabe bewältigt werden können. Folglich beziehen sie sich nicht auf spezielle fachliche Aufgabe, sondern beinhalten vielfältig nutzbare Problemlösungsstrategien.

 

Selbstcoaching

Wenn man Coaching als Hilfe zur Selbsthilfe definiert, gehören zum Coaching immer zwei Personen, nämlich eine Person, die hilfebedürftig ist, also die Klientin bzw. der Klient, und eine Person, die diese besondere Form der Hilfe liefern kann. Das ist der Coach. Diese Hilfeleistung muss der Coach nicht unbedingt in der Interaktion mit der Klientin bzw. dem Klienten erbringen. Er hat auch die Möglichkeit, der Klientin bzw. dem Klienten ein Coaching-Problemlösungsmedium zu geben, in das diese Hilfsfunktion gewissermaßen eingebaut ist. Wenn die Klientin oder der Klient sich mit einem solchen Medium auseinandersetzt, werden Problemlösungsaktivitäten vollzogen, die man als Selbstcoaching bezeichnet.

 

Sieben-Felder-Schema

Das Sieben-Felder-Schema ist ein von Harald Geißler entwickeltes → Coachingproblemlösungsmedium, dass der Analyse von Coachingproblematiken dient. Es kann in natürlicher Form (d. h. als beschriftetes Papier) und in digitaler Form (d. h. als Power-Point-Folie) vorliegen. Es besteht aus einem Rechteck, das sieben Felder aufweist, die drei Ebenen zugeordnet werden, nämlich dem beobachtbaren Handeln der Coachees, dem entsprechenden äußeren Handlungskontext und den korrespondierenden psychischen Bedingungen und Prozessen der Coachees. 

 

Sinneinheit

Die Alternative zu --> Ratings bzw. Ratingverfahren besteht darin, die zu untersuchende soziale Wirklichkeit mit Bezug auf ihre Bedeutung und ihre Sinnzusammenhänge zu untersuchen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, das vorliegende Untersuchungsmaterial, das z. B. in Form eines Audio- oder Videodokuments vorliegt, in Einheiten zu untergliedern, die forschungspraktisch bearbeitet werden können. Diese Einheiten bezeichnet man als Sinneinheit. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Frage nach der kleinsten Sinneinheit, und zwar deshalb, weil ihre Untersuchung die differenziertesten Einblicke in die vorliegende Wirklichkeit gibt.

 

Sinnes- bzw. Kommunikationskanäle

Kommunikations- und Problemlösungsmedien sind physisch wahrnehmbare Phänomene, die bestimmte Funktionen erfüllen. Diese sind bei Kommunikationsmedien anders als bei Problemlösungsmedien. Gemeinsam ist ihnen aber, dass Medien nur dann wahrgenommen werden können, wenn wir bestimmte Sinneskanäle aktivieren, d. h. bestimmte Sinnesaktivitäten vollziehen. Für die Wahrnehmung der Medien, die im Coaching genutzt werden, sind dabei vier Sinnes- bzw. Kommunikationskanäle wichtig, nämlich das 3D-visuelle bzw. 2D-visuelle Sehen, das akustische Hören sowie das taktile (bzw. propriozeptive) Fühlen und das olfaktorische Riechen.

 

Sprechakt - Sprechakttheorie

Wenn Menschen miteinander sprechen, vollziehen sie interaktive Handlungen. Miteinander-Sprechen heißt also Miteinander-Handeln. Diese Handlungen, die mit Hilfe bestimmter Beobachtungsdimensionen genau beschrieben werden können und die kleinsten Untersuchungseinheiten menschlicher Kommunikation sind, werden als Sprechakte bezeichnet. Die wissenschaftliche Theorie, die sich mit Sprechakten befasst, wird als Sprechakttheorie bezeichnet. Diese Theorie geht davon aus, dass Sprechhandlungen immer aus zwei Teilen bestehen, nämlich aus einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. Ersterer wird als --> Proposition und Letzterer als --> Illokution bezeichnet. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass sich für Illokutionen zwei Optionen anbieten, nämlich --> facilitative Sprechhandlungen und --> instruktionalistische Sprechhandlungen.

 

 

Sprechhandlungen, facilitative

Wer spricht, der handelt. Das gilt auch - und insbesondere - für Coachingprozesse. Ein Ziel dieser Handlungen kann sein, den/die Coachee mithilfe einer Frage anzuregen, etwas Bestimmtes zu reflektieren bzw. bestimmte Erfahrungen, Gedanken oder Gefühle mitzuteilen. Diese Sprechhandlung, d.h. Fragen stellen, ist eine facilitative Sprechhandlung, die für Coaching bzw. für erfolgreiches Coachverhalten von größter Bedeutung ist. Eine andere ebenfalls wichtige facilitative Sprechhandlung ist das Spiegeln, d.h. das sinnverdichtete Zusammenfassen des Gehörten. Das komplementäre Gegenstück zu facilitativen Sprechhandlungen sind --> instruktionalistische Sprechhandlungen.

 

 

Sprechhandlungen, instruktionalistische: Die Funktion instruktionalistische Sprechhandlungen besteht darin, dem anderen  bestimmte eigene Erfahrungen, Gedanken oder Gefühle mitzuteilen. Sie werden deshalb vor allem von den Coachees vollzogen. Aber auch für Coaches sind sie wichtig. Denn zu den Aufgaben eines Coachs gehört auch, den Coachingprozess zu erklären, Deutungsangebote zu unterbreiten, Feedback zu geben und auch wertschätzend zu konfrontieren.

 

Subjektreferenzialität: Im Gegensatz zur --> Objektreferenzialität, bei der der Mensch die Welt und sich selbst zum Objekt seiner Erkenntnis und seiner darauf aufbauenden manipulativen Handlungen macht, bezieht sich Subjektreferenzialität auf einen achtsamen, d.h. einfühlsamen und resonanten Umgang mit sich und der Welt, also mit anderen und der Natur.

 

 

Subsidiaritätsprinzip: Coaching begründet sich auf den Gedanken der Hilfe zur Selbsthilfe, d. h. auf das Subsidiaritätsprinzip. Dieses geht davon aus, dass es nur dann sinnvoll bzw. ethisch geboten ist, anderen zu helfen, wenn diese sich nicht selbst helfen können. Die Hilfe, die ihnen dann angeboten werden sollte, sollte zum Ziel haben, möglichst schnell und gut diejenigen Fähigkeiten zu entwickeln, welche die Hilfsbedürftigen brauchen, um sich selbst helfen zu können.

 

Systemische Begründungsansätze: Die Systemtheorie ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das von der Psychologie – und in diesem Zusammenhang von der Coachingpsychologie – teilweise sehr unterschiedlich rezipiert worden ist. Der in der Coachingpraxis weithin vermittelte Eindruck, dass es eine systemische Coachingtheorie gibt, ist deshalb etwas irreführend. Gleichwohl gibt es einige Merkmal, die von den unterschiedlichen systemischen Ansätzen gemeinsam geteilt werden. Dazu zählen die Vorannahmen, dass Coachingprozesse sich durch operative Geschlossenheit, Komplexität, Selbstreferenzialität und Unvorhersehbarkeit auszeichnen und dass das jeweilige System darüber entscheidet, wie zieldienlich die jeweils vorliegenden Bedingungen und Geschehnisse sind.

 

Timeline-Arbeit

Timeline-Arbeit ist eine Coachingmethode, die vor allem drei Medienkomponenten der Coaching-Problemlösungsmedien nutzt. Diese sind die Arbeit mit Karteikarten, die mit Stichwörtern beschriftet werden, ihre räumliche Positionierung auf dem Fußboden und eine bestimmte methodische Gestaltung von --> Embodiment. Konkret: Auf die Karteikarten werden mit Hilfe weniger Stichworte die wichtigsten Meilensteine aufgeschrieben, die eine positive Weiterentwicklung der Klientin oder des Klienten markieren. Die Karten werden dann auf dem Fußboden so ausgelegt, dass ein Pfad von der Gegenwart in die Zukunft zu erkennen ist. Anschließend stellt sich die Klientin bzw. der Klient auf diejenige Karte, die seiner Gegenwart am nächsten ist. Sie bzw. er schaut dabei zum einen auf den weiteren Weg, der noch vor ihr/ihm liegt, und zum anderen auf den Weg, der bereits erfolgreich zurückgelegt wurde.

 

TOTE-Modell

Das TOTE-Modell wurde von Miller, Galanter und Pribhram entwickelt. Es bezieht sich auf die Selbstregulation zielorientierten Handelns. Der zirkuläre Wirkungszusammenhang dieser Selbstregulation besteht aus zwei psychischen Aktivitäten, nämlich dem zielorientierten Handeln (Operate = O) und der Evaluation so bewirkten Handlungsfolgen (T = Test). Wenn die Evaluation deutlich macht, dass das Handlungsziel erreicht ist, wird die Handlungen beendet (Exit = E).

 

Virtuelle Coaching - Bedarfsklärung (VC-B)

Das „Virtuelle Coaching - Bedarfsklärung“ (VC)-B)“ ist ein → digitales Coachingproblemlösungsmedium, das von Harald Geißler entwickelt wurde. Es besteht aus einem Set von schriftlichen Coachingfragen, die sich auf die Klärung des vorliegenden Coachinganliegens, -ziels und -auftrags beziehen und von den Coachees schriftlich beantwortet werden müssen. Diese Antworten können zusätzlich durch Fotos illustriert werden. Das so strukturierte Coaching-Tool kann für Selbstcoachings und/oder als Anreicherung dialogischer Coachingprozesse genutzt werden.

 

Virtuelle Zielerreichungscoaching (VZC)

Das „Virtuelle Zielerreichungscoaching (VZC)“ ist ein → digitales Coachingproblemlösungsmedium, das von Harald Geißler entwickelt wurde. Es besteht aus einem Set von schriftlichen Coachingfragen, die dazu dienen, ein sinnvolles Coachingziel sowie erfolgsversprechende Zielerreichungsaktivitäten zu identifizieren. Diese Fragen müssen von den Coachees schriftlich beantwortet werden. Diese Antworten können zusätzlich durch Fotos illustriert werden. Das so strukturierte Coaching-Tool dient der Anreicherung dialogischer Coachingprozesse sowie ihrer Vor- und Nachbereitung durch entsprechende Selbstcoachings.

 

Voicemail-Coaching

Voicemail-Coaching bezieht sich auf einen Coachingdialog, in dem Coach und Klient mit Hilfe wechselseitig verschickter Audiobotschaften kommunizieren.

 

Wertequadrat bzw. -trapez

Geht man davon aus, dass der Motor für psychische und soziale bzw. gesellschaftliche Entwicklungen Spannungen innerhalb und zwischen den verschiedenen psychischen und sozialen Systemen sind, gilt das auch für die Werte, an denen sich der Einzelne orientiert. Um sie angemessen zu erfassen, muss dialektisches Werte-Verständnis zugrunde gelegt werden, bei dem davon ausgegangen wird, dass jeder Wert sich mit Bezug auf einen Gegenwert begründet und dass bei ausgewogener Ausbalancierung beide ihre Berechtigung haben. Probleme hingegen entstehen, wenn diese Ausbalancierung nicht gelingt.

 

Wertrationalität

Im Gegensatz zur → Zweckrationalität fokussiert Wertrationalität auf die Frage, welche übergeordnete Werte und Normen rational zu begründen sind.

 

Widerspruch, performativer

Ein performativer Widerspruch ist eine → Paradoxie, d.h. ein unlösbarer Widerspruch, der darin besteht, dass der Vollzug und der Inhalt einer Kommunikation sich grundlegend widersprechen. Ein Beispiel hierfür ist der Befehl, spontan zu sein. Denn Befehle fordern Gehorsam und Gehorsam ist mit Spontaneität grundlegend nicht vereinbar. Ein anderes Beispiel ist die Aussage eines Kreters, d.h. eines Menschen, der auf der Insel Kreta lebt, und behauptet, dass alle Kreter, also auch er selbst, lügen. Diese Merkmale werden im Coaching für die Durchführung paradoxer Interventionen genutzt, also z.B. für die letztlich auf Hilfe ausgerichtete Coachingfrage: "Was müssten Sie, lieber Klient, denn jetzt machen, dass alles noch viel schlimmer wird?" 

 

Work-Life-Balance

In seinem Leben vollzieht der Mensch eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten. Denkt man an die Besonderheiten und Herausforderung des modernen Menschen in hochindustrialisierten Ländern, ist es sinnvoll, diese Aktivitäten in zwei Gruppen aufzuteilen, nämlich Aktivitäten, die der Arbeit dienen, und solche, die nicht der Arbeit sondern dem Leben dienen sollten. Eine der zentralen Herausforderungen des modernen Menschen besteht darin, diese beiden Aktivitätsgruppen in eine gute Balance zu bringen. Diese nennt man Work-Life-Balance.

 

Wunderfrage

 

Die Kommunikationsaktivität des Fragens ist für Coaching bzw. für den Problemlösungsprozess der Klientin bzw. des Klienten von zentraler Bedeutung. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass es verschiedene Frage-Typen gibt. Die Wunderfrage ist einer von ihnen. Ihr zentrales Merkmal ist, dass sie mit einer Narration eingeleitet wird, mit deren Hilfe eine bestimmte Imagination induziert wird. Diese besteht darin, sich vorzustellen, dass die vorliegende Problematik, unter der man leidet – wie durch ein Wunder – weg ist. Das Ergebnis dieser Imagination zeigt sehr konkret auf, welche Soll-Situation sich der Klient wünscht.

 

ZRM®-Online-Tool

Das ZRM®-Online-Tool ist ein → digitales Coachingproblemlösungsmedium, das von Maja Storch und Frank Krause in den 1990er Jahren an der Universität Zürich entwickelt wurde. Es besteht aus einem Set unterschiedlicher Fotos, mit deren Hilfe Coachees eine bestimmte Stimmung bzw. Haltung visualisieren und anschließend dann schriftlich kommentieren können. 

 

Zweckrationalität

Im Gegensatz zur → Wertrationalität beschränkt sich die Form der Rationalität, die man als Zweckrationalität bezeichnet, auf die Beantwortung der Frage, welche Mittel und Maßnahmen am besten geeignet sind, um vorgegebene Ziele bzw. Zwecke optimal zu erreichen.