Wertequadrat bzw. -trapez

verfasst von Prof. Dr. H. Geißler  am 10.12.2021

Geht man davon aus, dass der Motor für psychische und soziale bzw. gesellschaftliche Entwicklungen Spannungen innerhalb und zwischen den verschiedenen psychischen und sozialen Systemen sind, gilt das auch für die Werte, an denen sich der Einzelne orientiert. Um sie angemessen zu erfassen, muss ein dialektisches Werte-Verständnis zugrunde gelegt werden, bei dem davon ausgegangen wird, dass jeder Wert sich mit Bezug auf einen Gegenwert begründet und dass bei ausgewogener Ausbalancierung beide ihre Berechtigung haben. Probleme hingegen entstehen, wenn diese Ausbalancierung nicht gelingt.

So sind z.B. die Werte "Geiz" und "Verschwendungssucht" extreme Antipoden. Beide haben aber einen positiven Kern, der eine gute Ausbalancierung möglich macht. Das setzt aber voraus, dass der "Geiz" sich zur "Sparsamkeit" und die "Verschwendungssucht" zum "Lebensgenuss" transformiert. Ein anderes Beispiel wäre das Gegensatzpaar "Angst" versus "Tollkühnheit", das zu transformieren wäre zu "Sorge" und "Mut".

 

Geißler, H. (2018). Organisationspsyhologie III - Grundlagen Coaching. Was ist Coaching? Hamburg: Hamburger Fern-Hochschule

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