Handlungsregulation

verfasst von Prof. Dr. H. Geißler  am 19. 07. 2022

Die psychischen Bedingungen bzw. Grundlagen menschlichen Handelns werden - so die Erkenntnis von Julius Kuhl - durch das Zusammenspiel von vier psychischen Teilsystemen bestimmt. Diese beziehen sich zum einen auf den kognitiven und emotionalen Bereich und zum anderen auf Bewusstseins- und Handlungsaktivitäten.

  • Das sog. "Objekterkennungssystem" bezieht sich auf die Gesamtheit aller kognitiven Bewusstseinsaktivitäten, mit deren Hilfe die relevanten Einzelheiten vorliegender Sachverhalte und ihrer Zusammenhänge erkannt werden. 
  • Auf dieser Grundlage baut das sog. "Intentionsgedächtnis" auf. Es dient der kognitiven Handlungsplanung, -durchführung und -kontrolle .

Diese beiden Teilsysteme liefern die psychische Grundlage für die Objektreferenzialität unseres Handelns.

Die Subjektreferenzialität unseres Handelns hingegen wird

  • durch die sog. "intuitive Verhaltenssteuerung"
  • und durch das sog. "Extensionsgedächtnis" bestimmt, das subjektive Gefühle und Erfahrungen sowie den Bereich der persönlichen Werte beinhaltet. 

Vergleicht man diese vier psychischen Teilsysteme mit den psychischen Problemlösungsmedien, also mit den psychischen Bedingungen von Coachees, die für die Lösung ihrer Coachingproblematik wesentlich sind, wird folgender Zusammenhang erkennbar

  

Literatur

Engel, A. & Kuhl, J. (2018). Affekte und Handlungsregulation beim Coaching.  In S. Greif, H. Möller & W. Scholl (Hrsg.), Handbuch Schlüsselkonzepte im Coaching (S. 33-40). Wiesbaden: Springer

Geißler, H. & Rödel, S. (2023). Praxishandbuch professionelles Online-Coaching. Weinheim, Basel: Beltz

Kuhl, J., Scheffer, D., Mikoleit, B. & Strehlau, A. (2010). Persönlichkeit und Motivation im Unternehmen. Stuttgart: Kohlhammer